• Dyskolos@lemmy.zip
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    10 hours ago

    Der handyzwang ist nicht wirklich so schlimm, aber der zwang sich entweder Google oder Apple zu unterwerfen schon. Denn andere “apps” oder schoicht e webseiten gibt’s ja nimmer. Und auf de-googled androids laufen die dann auch nicht, weil natürlich play services fehlen.

    Gut, dass ich auf den scheiss mit der Bahn und so nicht angewiesen bin, denn ich habe 0% Google oder crapple zu Hause. Ausser dedizierten banking-/depotphone und eins für Androidauto (immer noch besser als der autoeigene scheiss). Natürlich mit fakeaccount und komplett von unserm Netz isoliert.

    • baleanar@discuss.tchncs.de
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      Deutsch
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      7 hours ago

      Ich stimme dir völlig zu. Ich liebe Technologie, aber ich hasse den Big Tech Zwang, das ist das echte Problem. Sie wollen einem zwingen seine Daten an Dritte zu geben die echt verdammt schlechte Dinge tun. Big Tech ist teilweise verantwortlich für den Niedergang unserer Demokratie, und die Politiker wollen dass wir sie einfach unterstützen.

      Meiner Meinung nach verkaufen sich Politiker nur als dumm wenn es um digitale Sachen geht. Sie wissen gant genau: die Mehrheit versteht nicht was da passiert weil wir es so eingerichtet haben. Mit Technologie kann man die Massen besser kontrollieren und im Schach halten: Macht. Das ist alles woran sie denken… bis sie diese selbst ausgesetzt sind.

      • Dyskolos@lemmy.zip
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        3 hours ago

        Ganz genau…leider.

        Und besonders traurig: widerstand ist zwecklos. Egal wieviel Aufwand eine handvoll Leute betreiben, bigtech-frei zu sein, 100.000 andere kaufen sich dann doch lieber ne Alexa.

        Warum ich mich so wehre weiss ich eigentlich gar nicht. Ist ja eh für’n fuss. Ich sehe praktisch null Raum für Optimismus.

  • Ontimp@feddit.org
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    13 hours ago

    Das zugrundeliegende Bedürfnis kann ich vollkommen nachvollziehen.

    Aber ich sehe zwei Probleme:

    1. Es sollte keinen Anspruch darauf, dass die Gemeinschaft Einzelne unter ggf. beträchtlichem Ressourcenaufwand vor den technischen und zivilisatorischen Realitäten der Welt isoliert. Die Würde muss gewahrt bleiben und all die anderen Grund- und Menschenrechte. Aber es kann kein Anrecht darauf geben, dass die Welt eine andere ist als die de-facto existierende - das wäre Wunschdenken.

    2. Alles Notwendige steht bereits im GG um ein analoges Leben im Privaten, auf der Arbeit und im gleichberechtigten Zugang z.B. zur staatlichen Leistungen führen zu können:

    Art 2

    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

    Art 12

    (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

    Art 33

    (1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

    Wenn man ein analoges Leben leben möchte, kann man das im Rahmen der Wahrnehmung der eigenen Freiheitsrechte im Sinne der positiven Freiheit tun.

    Aber im Sinne negativer Freiheit ein Leben frei von digitaler Technologie zu leben ist Gesellschaftlich nicht leistbar. Der Staat könnte z.B. nicht garantieren, dass jede Person analog eine gleichsam gute Bildung, Chancen am Arbeitsmarkt oder Zugang zu kultureller Teilhabe erhält.

    • SpongyAneurysm@feddit.org
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      3 hours ago

      Aber es kann kein Anrecht darauf geben, dass die Welt eine andere ist als die de-facto existierende - das wäre Wunschdenken.

      Möchtest du diesen Satz in seiner Absolutheit vielleicht nochmal durchdenken? Das würde bedeuten, dass es kein Recht auf irgendeine Art von Veränderung geben soll. Insbesondere, wenn die “Welt” um die es hier geht zu 100% menschengemachte Systeme sind gibt es keinen Grund, einen Wunsch nach Veränderung daran als Realitätsverweigerung zu framen.

      • Ontimp@feddit.org
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        2 hours ago

        Ich sehe deinen Punkt. Der Wunsch nach Veränderung Menschen-gemachter Umstände ist notwendig und der Wesenskern von Politik. Aber dann muss man eben auch die politischen Prozesse durchlaufen. Direkt einen Rechtsanspruch auf eine faktisch nicht existierende Welt in der Verfassung zu verankern ist m.E. nicht der Weg.

        Wenn man als Deutscher das Recht auf ein analoges Leben hätte, wäre das ja ein Anrecht im Sinne von negativer Freiheit; “Freiheit von” digitaler Technologie. Das heißt, Bund und Länder wären verpflichtet sicherstellen, dass sich jeder Einzelne jederzeit aus der digitalen Welt zurückziehen kann, ohne, dass dabei andere Grundrechte kompromittiert werden - das ist viel gefordert. Denn Grundrechte sind ein aktiver Erfüllungsauftrag an den Staat, kein rein ideelees Prinzip:

        Art 1 (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

        Wir haben z.B. auch keinen gesonderten Rechtsanspruch darauf ein nacktes Leben zu führen, obwohl das unser Naturzustand wäre und Kleidung genauso wie Handys ein menschengemachtes menschliches System ist. Heißt das es individuell verboten nackt zu sein, nein? Dass ich nicht für mehr Nacktheit in der Gesellschaft eintreten kann, nein? Aber in jedem Fall hast du keinen Rechtsanspruch gegenüber dem Staat, dass dieser sicherstellen möge, dass dir daraus keine Nachteile in der gesellschaftlichen Teilhabe erwachsen.

        • SpongyAneurysm@feddit.org
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          1 hour ago

          So argumentiert klingt das schon wesentlich besser. Wenn ich da mal mitgehe, müsste man sich fragen, ob das BundesVerfassungsgericht der richtige Ort für diese Entscheidung ist.

          Ich würde allerdings sagen, irgendwie schon. Denn faktisch werden von der existierenden Welt bzw den implementierten Systemen durchaus Grundrechte eingeschränkt. Ohne mich jetzt juristisch da zu sehr auszukennen oder grade Muse zur Recherche mitzubringen sehe ich zumindest einen Konflikt zwischen einem Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und einem auf informationeller Selbstbestimmung. Beides fühlt sich, wenn auch evtl. nicht wörtlich im Grundgesetz benannt, für mich sehr grundlegend an.

          Die Lösung dafür muss ja nicht bedeuten, dass das Gericht letztlich entschließt, dass es ein auf ewig bestehendes Recht alle Dinge analog zu regeln geben muss. Aber eine Grundsatzentscheidung die mal feststellt, dass die Digitalisierung des Staates gewisse Grundsätze befolgen sollte und Inklusion von Menschen mit Einschränkungen, älteren Menschen, ärmeren Menschen und Menschen denen Datenschutz wichtig ist berücksichtigt werden müssen.

          Die aktuellen Lösungen laufen nämlich leider oft darauf hinaus, dass es hingeht zu einem Zwang zu irgendeiner App gibt, die dann ein halbwegs aktuelles Smartphone (Stichwort ärmere Menschen, bzw Umweltbewusste) mit einem Mainstream-Betriebssystem (oder alternativ nicht zu unerschätzendes technisches Wissen) voraussetzt. (Stichwort Datenschutz).

          Und darüber hinaus sind diese Lösungen dann desöfteren noch in der Bedienung beinahe schlimmer als die analoge Version. Sodass ich, trotz gutem technischem Können, den Rückgriff aufs Analoge sehr gut nachvollziehen kann (und wenn möglich auch selbst gerne nutze).

          Liegt z.T. evtl. auch an meinen Einschränkungen, aber das macht es ja in keinster Weise besser.

          Die Lösung liegt aber deshalb natürlich nicht in einer fortschrittsverweigernden Verhaftung im Analogen, sondern natürlich in besseren Systemen, die das berücksichtigen. Sowohl die digitalen Systeme natürlich, als auch die sonstigen Rahmenbedingungen. Und ich denke, dass eine Entscheidung vom BVerfG ja immer so auf die Grundrechte abgestellt sein sollte, dass sie beides offenlassen würde. Sowohl analoge Lösungen, als auch grundrechtswahrende digitale Lösungen.

  • brainwashed@feddit.org
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    18 hours ago

    Ich halte diesen Kampfbegriff “Digitalzwang” für ziemlich fehlgeleitet. Die Flucht ins Analoge, weil digitale Prozesse und/oder Implementierungen aktuell Nachteile haben, kann doch nicht die Lösung sein. Sinnvoll wäre eine datenschutzkonforme, benutzerfreundliche, barrierefreie digitale Lösung. Nicht zuletzt, weil analoge Lösungen, sei es, weil ich Post verschicken muss, die erst mal gedruckt werden will oder ich persönlich irgendwo vorstellig werden muss, einfach auch häufig mehr Geld pro Prozess kostet.

    • schnurrito@discuss.tchncs.deOP
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      18 hours ago

      Ich selbst bin ein Unterstützer der Freie-Software-Bewegung und habe nichts gegen Digitalzwang, solange alle Software, die man dafür braucht, die Kriterien freier Software erfüllt.

    • ClemensG@digitalcourage.social
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      18 hours ago

      @brainwashed

      Ich halte den Begriff für griffig. Es geht mE nicht um Prozesse der Informationsverarbeitung, sondern um den Zwang, zur Teilnahme am Leben digitale Geräte mitzubringen. Aber es bedarf eben keiner App, um z.B. den Besitz eines Deutschlandtickets nachzuweisen - ein QR-Code ist völlig ausreichend, ggf. ergänzt um einen analogen Personalausweis.

      Die Firmen, die einen Zwang zu digitalen Geräten ausüben, tun sich auch keinen Gefallen damit. Ich z.B. nutze aus diesem Grund keine Paketstationen, obwohl die Zustellung sicherlich kostengünstiger für DHL & Co. wäre, als das Paket bis an meine Haustür zu bringen oder gar eineN NachbarIn zu suchen, die es an meiner Stelle annimmt.

      @schnurrito

      #Digitalzwang #Digitalcourage

      • nomad@infosec.pub
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        17 hours ago

        Die unternehmen verstehen nicht, dass eine Anzeige in einer APP nicht den betrug verhindern kann der mit digital signierten Zertifikaten begangen wird. Das system ist schwach designed:

        Digital signieren wenn eine Identität ein ticket kauft ist super weil man auf deutschen Bahn strecken nicht immer online ist und weil jeder die Gültigkeit des Tickets offline prüfen kann aber niemand ein ticket fälschen.

        Die schwäche: man kann gekaufte Tickets online 14 Tage Umtauschen. Es gibt auch listen die ein zurück gezogenes Zertifikat listen. Nur dafür müsste man online sein und das feature in das gerät zur Kontrolle bauen. Das macht aber niemand außer der DB vielleicht.

        Ansicht der Kontrolleure: Barcode in der APP wird bei Kündigung ja gelöscht, also ist der sicher. Ausdruck oder Screenshot ist wohl ein betrug. Das man das ticket einfach exportieren und in einer anderen app anzeigen kann interessiert dabei scheinbar niemanden.

        Und so sparen alle an der falschen stelle außer die Betrüger und leiden tun Rentner und Ausländer und Leute mit schwachen Akkus. :/

        • Zwuzelmaus@feddit.org
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          16 hours ago

          Es gibt auch listen die ein zurück gezogenes Zertifikat listen. Nur dafür müsste man online sein und das feature in das gerät zur Kontrolle bauen. Das macht aber niemand außer der DB vielleicht.

          Damit fangen andere aber auch an (jetzt/bald).

          Und der Ticketinhaber muss dafür nicht online sein, nur der Kontrolleur.

      • brainwashed@feddit.org
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        18 hours ago

        Es geht mE nicht um Prozesse der Informationsverarbeitung, sondern um den Zwang, zur Teilnahme am Leben digitale Geräte mitzubringen.

        und genau den “Zwang” zum digitalen finde ich nicht inhärent schlecht. Wir zwingen auch Menschen Lesen und Schreiben zu können, Briefe formulieren und drucken zu können, Porto bezahlen zu können, Bargend dabei zu haben. Analog ist nicht und war nie inklusiv. Ist nur althergebrachter.

        • ClemensG@digitalcourage.social
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          15 hours ago

          @brainwashed Du schreibst: "Wir zwingen auch Menschen Lesen und Schreiben zu können, Briefe formulieren und drucken zu können, Porto bezahlen zu können, Bargend dabei zu haben. "

          Also zum Ausdrucken können zwingen wir niemanden, mir ist jedenfalls kein Beispiel geläufig. Auch Bargeld muss niemand dabei haben (haben viele auch gar nicht mehr, keinen einzigen Euro). Alle anderen von dir genannten ‘Zwänge’ lassen sich bestens analog erledigen, Digitalzwang = Mitbringen eines digitalen Gerätes ist dafür nicht nötig.

          #Digitalzwang

    • dwt@feddit.org
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      18 hours ago

      Ich finde es eine ziemlich gute Idee dass es Menschen gibt die ausgeschlossen sind wenn es nur digital geht. Ob es so ist weil sie Kinder, alt, dement, Geflüchtete…. Sind oft ja egal. Es betrifft halt viele Menschen.

      Natürlich will ich digitale Lösungen - aber für meine Mutter ist das be schlechte Sache. Und wenn ich irgend wann mal alt und vergesslich werde, freu ich mich vermutlich auch über eine analoge Lösung.

      • brainwashed@feddit.org
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        18 hours ago

        Menschen, die mental nicht in der Lage sind oder der Sprache nicht mächtig sind, sind bei einem analogen Prozess und Formularen genauso aufgeschmissen. Im Gegenteil sehe ich bei digitalen Lösung. Zumindest die Chance, dass zum Beispiel automatisierte Übersetzungen stattfinden können.

        • Enkrod@feddit.org
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          34 minutes ago

          Es sagt ja auch keiner dass es digital nicht geben soll. Jeder für den digital einfacher ist, soll digital nutzen.

          Aber es sollte eine Alternative geben, für Leute für die es analog einfacher (oder eventuell ausschließlich möglich) ist.

          • brainwashed@feddit.org
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            11 minutes ago

            Da bin ich halt nicht dabei. Digital muss einfach und verfügbar sein, wir brauchen aber keine analoge Parallelwelt bis zum Sankt Nimmerleinstag. Die ist gesamtgesellschaftlich nicht kostenlos. Da sollten wir eine universell funktionierende und nicht zwei schlechte Lösungen haben.

        • Zwuzelmaus@feddit.org
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          16 hours ago

          Analog gibt es tausend Methoden sich gegenseitig zu helfen.

          Digital manchmal eine, manchmal keine. Das ist leider auch ein Teil des Übels beim Digitalzwang.

          • brainwashed@feddit.org
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            16 hours ago

            Dem kann ich nicht folgen. Kann zu zweit über dem Formular sitzen oder über dem Tablet. Ich kann sogar jemandem helfen Webseiten zu übersetzen in Sprachen, die ich nicht spreche.

            • dwt@feddit.org
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              13 hours ago

              Ich geb mal den Beispiel:

              • ich und meine Schwester müssen die Krankenversicherung meiner Mutti managen weil sie dement ist
              • meine Schwester hat eine Versicherung bei der gleichen Firma
              • die App kann aber nur einen Nutzer
              • jetzt gibt es plötzlich keine gute Lösung mehr
              • früher war der ‚analoge‘ Prozess ein Foto der Unterlagen via e-mail zu senden. Das geht jetzt nicht mehr, digitaler Zwang erfordert die App die unseren use case (noch) nicht unterstützt
              • brainwashed@feddit.org
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                6 hours ago

                Die Gute digitale Lösung wäre ein digitaler Prozess, wo deine Schwester mehrere Profile auf einem Gerät verwalten könnte. Die pragmatische digitale Lösung bis dahin wäre ein digitales Gerät für die digitalen Geschäfte der dementen Mutter vorzuhalten.

  • DrunkenPirate@feddit.org
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    18 hours ago

    OMG. Wenn das durchgeht, dann will jeder Hinz und Kunz das Grundgesetz ändern. Sind-die-noch-ganz-beisammen?

    Mal darüber nachgedacht, was das für eine Steilvorlage für die Nazis ist?