Stundenlang steht ein Regionalzug der Deutschen Bahn zwischen München und Nürnberg still. Die Klimaanlage funktioniert nicht, Infos sind Mangelware - und unsere Redakteurin ist mittendrin. Chronik einer Tour de Force.
Stundenlang steht ein Regionalzug der Deutschen Bahn zwischen München und Nürnberg still. Die Klimaanlage funktioniert nicht, Infos sind Mangelware - und unsere Redakteurin ist mittendrin. Chronik einer Tour de Force.
Das ist mir auch unverständlich. Es ist praktisch unmöglich, die Hinweisschilder und roten Griffe nicht zu sehen, wenn man mit offenen Augen durch einen Zug geht. Die Benutzungshinweise sind in der Regel sogar mehrsprachig ausgeführt. (meistens Deutsch, Englisch und Französisch)
Keine Ahnung, woran das liegt, aber die Mehrheit der Leute wird immer hilfloser und erwartet, dass ihnen aber auch wirklich Alles an den Arsch getragen wird, sogar, wenn es sie den Arsch kosten könnte, darauf zu warten.
Züge haben Türen auf beiden Seiten.
Einfach gucken, auf welcher davon die anderen Gleise liegen und die Türen auf der gegenüberliegenden Seite aufmachen. (die wenigsten Bahnstrecken sind dreigleisig, es sollte also nicht zu oft vorkommen, dass ein Zug irgendwo liegenbleibt, wo auf beiden Seiten Gleise sind)
Außerdem muss man ja nicht aussteigen, wenn man die Türen nur aufmacht, dass Luft reinkommt. So schwer ist das ja nicht. Drin bleiben ist in der Regel sogar leichter, als auf offener Strecke aussteigen, denn da muss man etwas klettern, weil ja der Bahnsteig fehlt und die Gleise in der Regel auf einem erhöhten Schotterbett liegen.
Wir sind hier in Deutschland. Da muss man sich immer fragen, ob man ein Bußgeld oder einen Prozess am Hals hat, wenn man so eine Noteinrichtung “zum falschen Zeitpunkt” (Rückblickend durch Menschen festgestellt, die nicht dabei waren) betätigt.
Wir sind hier in Deutschland, hier gibt es auch das Konzept des rechtfertigenden Notstands und der unterlassenen Hilfeleistung. Dass sich Leute inzwischen wegen der Rechtmäßigkeit, das Richtige zu tun, dermaßen in die Hosen scheißen, ist einfach nur abstoßend.
Das größte deutsche Zugunglück der jüngeren Geschichte, der ICE-Unfall von Eschede, wäre übrigens noch in letzter Minute zu verhindern gewesen, wenn ein einzelner Passagier den Arsch in der Hose gehabt hätte, einfach die Notbremse zu ziehen, als sich ein Stück Rad durch den Kabinenboden gewaltsam Zutritt zu seinem Abteil verschafft hat. Aber der hatte wohl Angst vor den rechtlichen Folgen und ist lieber losgelaufen, den Schaffner holen, dass der sich anguckt, was da los ist. Resultat: Über 100 Tote und unzählige Leute, die bis heute unter den Folgen leiden. Einfach nur, weil niemand selbst Verantwortung übernommen und das lieber auf Dritte abgewälzt hat.