Die tagesschau hat jeden Tag einen Artikel über den DAX. In den Nachrichten hören wir jeden Abend etwas über “die Wirtschaft” und es wird fast immer über die Börse gesprochen.
Gibt es keine besseren Indikatoren über das Wohlergehen Deutschlands?
Wäre da ein täglicher Bericht über den Anstieg der Mietpreise in Deutschland nicht besser? Die wachsende Kluft zwischen arm und reich? Der DAX sagt doch null komma nix über das wirtschaftliche Ergehen deutscher Bürger.


Den Aktienmarkt als schnödes “Instrument der Ablenkung” (der Eliten?) abzutun, ist, mal ganz unabhängig von dem dabei durchscheinenden zynisch-verschwörerischen, aber auch ein bisschen zu einfach und fahrlässig gedacht. Für die moderne Vermögensbildung von einem stetig wachsenden Teil auch der “normalen” Bevölkerung ist das ziemlich relevant.
Aber natürlich: auch wenn die DAX-Mitglieder nach wie vor für eine sehr große Zahl von direkt und indirekt beschäftigten Bürgern stehen und damit ihr Wohlergehen für uns gewisse Relevanz besitzt, haben diese international agierenden Konzerne natürlich in der Tat nur noch anteilig etwas mit Deutschland zu tun.
Darum bin ich neugierig: was würdest du denn für einen tagesaktuellen Gradmesser vorschlagen?
“Bewirb dich hier und investiere, und auch du kannst ein paar Krümel von dem ab haben, was wir
den Menschen massenhaft stehlenerwirtschaften!” 😆Ich frage mich ja, ob es denn einen tagesaktuellen Indikator überhaupt braucht?
Trägt diese ständige Kakophonie von Börsenwerten wirklich sinnvoll zu irgendetwas bei - oder ist das vielmehr nur ein weiterer Teil der medialen Überfrachtung, die Vielen mittlerweile gar nicht mehr gut tut?
Ich habe ja das Gefühl, dass Monats- oder Wochenwerte für die Mehrheit der Menschen vollkommen ausreichend wären. Meinetwegen auch ergänzt durch Umfragen, wenn wirklich mal politisch Relevantes beschlossen wird.
Die interessierte Investorin, für die Echtzeitwerte relevant sind, kann die Daten ja auch am Tag mehrfach beziehen, das ist unbenommen. Aber der einfache ETF-Sparer braucht mmn. keine täglichen Daten.
Tja… dieses Bedürfnis, da irgendwie einen Finger am Puls zu haben, scheint es halt schon zu geben - gerade in Zeiten, wo Leute 24/7 Puls, Atmung, Kalorien, Luftdruck, Standort des Autos/der Kinder/der Ehefrau,… tracken, . Über die Sinnhaftigkeit kann man sicher streiten. Sehr viel mehr als die wirtschaftliche Großwetterlage auf dem Globus wird da bei vielen wohl nicht hängenbleiben. Ich finde den Gedanken, dieses Info-Bedürfnis mit einem/mehreren alternativen, besseren Indikatoren zu befriedigen, ganz interessant.
Ja, bei denen die dort Geld “erwirtschaften” (lies: von der Masse, die im Schnitt nichts gewinnt, abzweigt).
Ich hatte dich anfänglich nach deiner Meinung gefragt:
Hast du eine Idee, wie es besser laufen sollte, oder, sorry für die Wortwahl, kotzt du dich hier nur aus?
Nein, du hast behauptet, dass es einen tagesaktuellen Gradmesser braucht. Die Annahme ist falsch. Niemand außer denen, deren Massen an Geld weiteres Geld “erwirtschaften” (also eigentlich nichts beitragen) benötigen einen solchen. Weder braucht irgendeine ernsthafte Wirtschaftsanalyse Datenpunkte im Tagesrhythmus (eigentlich ja sogar noch kleinteiliger dank Verläufe über den Tag), noch benötigt irgend ein normaler Anleger diese.
Die Einzigen, die derart kleinteilige Angaben und Transaktionen benötigen sind diejenigen, die bereits kurz vor der Veröffentlichung neuer Nachrichten auf diese “reagieren” (lies: Verbindungen und Korruption) und die Spielsüchtigen, die sich einreden, dass sie auch mal so “schlau” sind oder so viel “Glück” haben, wie ihre Vorbilder, die tatsächlich nichts tun als dank viel Geld noch mehr tatsächlich produzierten Wohlstands abzuschöpfen.
Ok, verstehe. Auskotzen also.
Viel überzogene Klischee-Polemik, aber nichts konkretes, konstruktives. Sehr schade.
Zur Sache: für Wirtschaftsanalyse mit Datenpunkten in diesem Rhythmus interessieren sich beispielsweise Zentralbanken. Man darf gerne streiten, ob für die die tägliche Dosis Börse in der tagesschau relevant ist. Aber die Aussage, das so etwas nur etwas für den “Klischee-Monopoly-Typen an der Börse” ist, hält nicht.
Und eine dem billigen Klischee-Handbuch entsprungene “klandestine, vernetzte, insiderhandelnde Eliten-Clique” braucht diese Berichterstattung doch ebenfalls überhaupt nicht, denn wer Insiderhandel betreibt, braucht erst recht keine “Börse im Ersten”!
Die echte “Elite” an der Börse macht ihr schnelles Geld durch Hochfrequenzhandel, da wäre nicht mal ein Dauer-Liveticker auf tagesschau.de schnell genug. Zeit, die Vorurteile anzupassen.
Also, du willst nicht tagesaktuell über die Börse berichten, du willst nicht tagesaktuell über den Anstieg der Mieten berichten. Kommen wir doch mal aus dieser Negativphase raus: was würdest du denn wollen?
Nee, selber brauchen tut er sie in der Tat nicht. ass sieAber das der Wahnsinn normalisiert wird und jede Menge Menschen den Stuss glauben, dass sie -wenn sie denn nur schlau genug sind- auch ganz schnell reich werden können, braucht er sehr wohl. Denn irgendwo muss der eigene Gewinn ja herkommen, wenn man tatsächlich nichts produziert oder beiträgt.
“Ihr habt alle die selbe Chance reich zu werden und es ist nur rein zufällig dem überragenden Talent einiger Weniger zu verdanken, dass sich deren Reichtum ständig massiv erhöht” verkauft sich halt besser als “Die da oben haben ein weitestgehend abgeschlossenes System, dass ihnen unentwegt mehr Geld auf unsere Kosten bringt”.
Marketing ist wichtig.
Achso… in Wahrheit weisst du also doch wie es funktionierst und das der Rest nur Show ist, um die Masse bei Laune und in den Markt investiert zu halten, aber stellst dich einfach dumm. Okay…
Soll ich dir weitere Antworten geben, die deine ideologische Verbohrtheit dann wieder in “Polemik”, “Gelaber”, “Klischee”, “billig” oder “Auskotzen” übersetzt? Nee, lass. Es ist zu warm, um sinnlos Energie zu verschwenden.
Inwiefern hat ein Mensch, der sich mit Insiderhandel an der Börse bereichert, etwas davon, dass es etwas wie die Börse im Ersten gibt? Was soll die denn “normalisieren”? Insiderhandel ist kriminell und außerdem keineswegs zwingend mit steigenden Kursen verbunden. Es kann zB einerseits so ein Typ extrem viel Kohle scheffeln, indem er dank Insiderwissen genau auf die Abstürze gesetzt hat, die abends in der Tagesschau berichtet werden und den Anlegern die Tränen in die Augen treiben.
Weder muss man schlau noch elitär sein, um an Aktienmärkten Erfolg zu haben und Vermögen zu mehren. Gerade die Jüngeren sind gerade dabei, dieses Thema immer weiter in die Mitte der Gesellschaft zu bringen und zugänglicher zu machen. Wer es partout nicht will, muss es ja nicht machen. Aber es ist doch Quatsch, sich an irgendwelchen überkommenen Klischees abzuarbeiten.
Nöö. Du scheinst mir nur eine Meinung innerhalb deines Schwarz-Weiß-Blickes zu diesem Thema zugeschrieben zu haben, ohne tatsächlich zuzuhören. Sonst hättest du bemerkt, dass ich keinesfalls der bedingungslose Befürworter des Treibens an Aktienmärkten bin, sondern einfach nur ein Problem mit unreflektierten Pauschalurteilen habe.
Du hättest die Energie ja primär auf diesen Punkt verwenden können, statt sie damit zu verschwenden, mir Dummheit, ideologische Verbohrtheit oder andere irrelevante Nebenkriegsschauplätze zu unterstellen oder abermals auszuführen, was und wen du so alles blöd findest. Das wäre genau der Unterschied zwischen “ich kotze mich hier einfach nur aus” und “ich führe mit anderen eine Diskussion”.
Ich für meinen Teil habe überhaupt kein Problem mit deiner Meinung, sondern mit der Art, wie du sie hier präsentierst.