Hot take (ich bin Erzieher) erst wenn Eltern (vor allem wohlhabende, einflussreiche) richtig hart genervt von dem Zustand der Kitas sind, wird sich am Zustand der Kitas was ändern.
Hier geht es nicht darum (wenn ich das richtig verstanden habe) dass die komplette Kita schließt, sondern dass einzelne Eltern für eine Pause ihre Kinder selbst betreuen (lassen), wenn es für sie zumutbar ist.
Ich sehe das in der Praxis so: die Kita hat zb 5 Gruppen, eine Gruppe kann nicht ununterbrochen betreut werden, weil es vermutlich zu wenige Fachkräfte gibt, aber die eine einzige Kraft in der Gruppe eine Pause macht. Also werden die Kinder in die anderen Gruppen verteilt und Eltern gebeten, sobald möglich, ihre Kinder eine Zeit lang selbst zu betreuen.
Das große Problem an den Kitas ist ja, dass das Publikum so schnell wechselt. Ein Kind ist ja nur ein paar Jahre in der Kita. Und selbst wenn du furchtbar engagierte Eltern hast, die sich reinknien und etwas ändern wollen, sind die schnell wieder weg, wenn die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule kommen. Selbst bei Wahlentscheidungen ist dies bei dem Vier- oder Fünfjahresrhythmus dann bei vielen so, dass das Thema Kita wieder aus dem Fokus rückt, weil die Kinder schon durchgelaufen sind.
Die Eltern, die davon am härtesten getroffen werden, werden in der Regel auch die sein, die einfach nicht die Zeit haben sich da rein zu knien und zu engagieren. Ist ja allgemein ein Problem, dass Eltern nur eine sehr schwache Lobby haben, da sie nicht wie Rentner z.B. den ganzen Tag Zeit für wütende Briefe und Telefonate haben
Ich finde alle drei Statements in diesem Thread mega stabil. Hinzu kommt, dass die Kitas (ähnlich wie bei Pflegekräften u.ä.) kaum in der Lage sind, selber politischen Druck aufzubauen, weil sie dafür ihre Klientel schädigen müssten:
In unserer Kita erlebe ich immer wieder, dass bei Personalengpässen einzelne Eltern gebeten werden, ihre Kinder freiwillig zu Hause zu betreuen. Die Kita-Leitung argumentiert, dass sie so die verbliebenen Kinder angemessen betreuen können, anstatt zu viele Kinder nur aufzubewahren. Aus pädagogischer Sicht kann ich das nachvollziehen, aber dieses Verhalten wirkt auch derbe systemstabiliserend, denn so signalisiert das System Kita, dass es dank engagierter Eltern irgendwie alleine durch Engpässe kommt, also gibt es ja gar keine Notwendigkeit, das zugrundeliegende Problem “Die Personaldecke ist so dünn, dass Kinder bei jeder zweiten Erkältungswelle zu Hause bleiben müssen, weil fünf Erzieher:innen krank sind”…
Wenn man was ändern wollte, müsste man die Kitas eigentlich konsequent schließen, wenn der Normalbetrieb nicht gewährleistet werden kann und all die wütenden Eltern zur Kommune schicken…
Die wütenden Eltern verklagen ja die Kommune und bekommen gesagt “hurrdurr, ihr könnt die Kinder ja auch selbst betreuen. Der Rechtsanspruch auf Betreeuung ist ja nur ein Stück Papier. Such Richter, much wow”. Deshalb sind wir ja alle hier im Thread 😅
Hot take (ich bin Erzieher) erst wenn Eltern (vor allem wohlhabende, einflussreiche) richtig hart genervt von dem Zustand der Kitas sind, wird sich am Zustand der Kitas was ändern. Hier geht es nicht darum (wenn ich das richtig verstanden habe) dass die komplette Kita schließt, sondern dass einzelne Eltern für eine Pause ihre Kinder selbst betreuen (lassen), wenn es für sie zumutbar ist. Ich sehe das in der Praxis so: die Kita hat zb 5 Gruppen, eine Gruppe kann nicht ununterbrochen betreut werden, weil es vermutlich zu wenige Fachkräfte gibt, aber die eine einzige Kraft in der Gruppe eine Pause macht. Also werden die Kinder in die anderen Gruppen verteilt und Eltern gebeten, sobald möglich, ihre Kinder eine Zeit lang selbst zu betreuen.
Das große Problem an den Kitas ist ja, dass das Publikum so schnell wechselt. Ein Kind ist ja nur ein paar Jahre in der Kita. Und selbst wenn du furchtbar engagierte Eltern hast, die sich reinknien und etwas ändern wollen, sind die schnell wieder weg, wenn die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule kommen. Selbst bei Wahlentscheidungen ist dies bei dem Vier- oder Fünfjahresrhythmus dann bei vielen so, dass das Thema Kita wieder aus dem Fokus rückt, weil die Kinder schon durchgelaufen sind.
Die Eltern, die davon am härtesten getroffen werden, werden in der Regel auch die sein, die einfach nicht die Zeit haben sich da rein zu knien und zu engagieren. Ist ja allgemein ein Problem, dass Eltern nur eine sehr schwache Lobby haben, da sie nicht wie Rentner z.B. den ganzen Tag Zeit für wütende Briefe und Telefonate haben
Ich finde alle drei Statements in diesem Thread mega stabil. Hinzu kommt, dass die Kitas (ähnlich wie bei Pflegekräften u.ä.) kaum in der Lage sind, selber politischen Druck aufzubauen, weil sie dafür ihre Klientel schädigen müssten:
In unserer Kita erlebe ich immer wieder, dass bei Personalengpässen einzelne Eltern gebeten werden, ihre Kinder freiwillig zu Hause zu betreuen. Die Kita-Leitung argumentiert, dass sie so die verbliebenen Kinder angemessen betreuen können, anstatt zu viele Kinder nur aufzubewahren. Aus pädagogischer Sicht kann ich das nachvollziehen, aber dieses Verhalten wirkt auch derbe systemstabiliserend, denn so signalisiert das System Kita, dass es dank engagierter Eltern irgendwie alleine durch Engpässe kommt, also gibt es ja gar keine Notwendigkeit, das zugrundeliegende Problem “Die Personaldecke ist so dünn, dass Kinder bei jeder zweiten Erkältungswelle zu Hause bleiben müssen, weil fünf Erzieher:innen krank sind”…
Wenn man was ändern wollte, müsste man die Kitas eigentlich konsequent schließen, wenn der Normalbetrieb nicht gewährleistet werden kann und all die wütenden Eltern zur Kommune schicken…
Die wütenden Eltern verklagen ja die Kommune und bekommen gesagt “hurrdurr, ihr könnt die Kinder ja auch selbst betreuen. Der Rechtsanspruch auf Betreeuung ist ja nur ein Stück Papier. Such Richter, much wow”. Deshalb sind wir ja alle hier im Thread 😅
Da hat du wohl leider einen Punkt :(