• JensSpahnpasta@feddit.org
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    7 hours ago

    Der Artikel ist übrigens wirklich toll geschrieben, erklärt, ordnet ein und das auf Basis konkreter Statistiken. Wirklich ein richtig guter Text!

    (Und das wird echt interessant. Wenn du Landkreise hast, in denen über 40% über 60 Jahre alt sind, dann weißt du, dass da in 10 oder 15 Jahren wirklich die Lichter ausgehen)

  • DrunkenPirate@feddit.org
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    11 hours ago

    Die Grafik mit dem Anteil der über 60jährigen in deutschen Landkreisen, hat frappierende Korrelation mit der Wahlkarte Stimmen für die AfD.

    https://uni-tuebingen.de/fileadmin/Uni_Tuebingen/Fakultaeten/WiSo/Rechtsextremismusforschung/Grafiken/Abb1_BT21_AfD_Zweitstimme_DE_GEM_ZP_5er_RDY.jpg

    Und das Resümee des Artikels: Der Osten überaltert, viele junge Frauen sind weg und es werden deswegen weniger Kinder geboren.

    Dazu kommt, dass ausländische Frauen, die mehr Kinder bekommen als deutsche, nicht in den Osten gehen (was ich echt verstehe).

    Jetzt mal die provokante Frage an „die Ossi‘s“: Warum bekommt ihr es nicht hin, dass „eure“ Frauen wieder zurück kommen in die Heimat?

    (Mir ist sehr häufig in den Osten-Diskussionen die Tendenz von „Ostlern“ aufgefallen, die Schuld bei anderen Wessis/Ausländer/Chefs/whoever zu suchen. Nie bei sich selbst oder sich zu hinterfragen)

    • Wrufieotnak@feddit.org
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      8 hours ago

      Warum sollten sie denn zurückkommen?

      Man zieht dahin wo man sich Perspektive erhofft. Das passiert häufig während der formenden Jahre zwischen 16-30. Während dieser Zeit lernen die meisten auch ihre Partner kennen und bauen sich einen Freundeskreis auf, meist um den Studienort. In ihrer alten Heimat haben sie wesentlich weniger Perspektiven und ihr Freundeskreis ist weit weg. Da sind ideologische Unterschiede noch gar nicht dabei, aber selbst daraus ist es nicht sehr reizvoll, zurückzuziehen.

      Was soll sich daran jetzt durch die Bevölkerung im Osten ändern? Das sind strukturelle Probleme, die von der dummen rückwärtsgewandten Einstellung die du ansprichst noch nicht mal betroffen ist. Die kommt dann eher noch oben drauf.

    • nachtigall@feddit.org
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      9 hours ago

      Warum bekommt ihr es nicht hin, dass “eure” Frauen wieder zurück kommen in die Heimat?

      Das Fehlen von Perspektiven?

      Gefühlt gibt es (insbesondere im ländlichen) Ostdeutschland kaum Berufe außerhalb des Handwerks, vielleicht teilweise noch etwas Industrie, aber sehr wenig im Handels- oder Dienstleistungssektor.

      Und familienfreundlich ist es nicht gerade, wenn die Kultur hier aus rechtsextremen Ronnys und rückwärtsgewandter (N)Ostalgie besteht. Mit den lokalen Betonköpfe würde ich auch nur ungern eine Familie aufbauen wollen.

      Bin zwar keine Frau, aber kann das an der eigenen Vita durchaus nachvollziehen. Beim Aufwachsen in ST hatte ich keine Wahl, Studieren in der offeneren Landeshauptstadt ging noch, aber dann keinen Grund gefunden, hierzu bleiben, weil zukunftssichere Jobs fehlen, Infrastruktur mäßig ist und die Leute komisch sind.

    • spamspeicher@feddit.org
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      8 hours ago

      Und, wieviele Millionen-/ Milliardenschwere Unternehmen hast du aufgebaut, die am Ende mit gut bezahlten Arbeitsplätzen locken bzw. weitere kleinere Unternehmen als Support/ Zulieferer anziehen? Also was tust du, dass die Menschen in deiner Region bleiben, oder ruhst du dich auch auf dem aus was einfach schon da ist?

      Der Osten hat mehrfach geblutet. Nach dem zweiten Weltkrieg sind extrem viele Unternehmen (verständlicherweise) in die Bundesrepublik umgesiedelt. Das was noch da war wurde dann durch die sowjetische Besatzung (mit Unterstützung ostdeutscher Politker) zerstört oder enteignet. Das wenige was dann in der DDR aufgebaut wurde, wurde nach der Wende zum großen Teil auch noch zerstört. Nach der Wende waren die meisten ostdeutschen Unternehmen sicherlich so marode, dass eine Abwicklung sinvoll war. Gleichzeitig wurden aber auch Unternehmen geschlossen, die vielleicht mit etwas Unterstützung erfolgreich gewesen wären, aber für einen Teil der westdeutschen Unternehmen war das ungewollte Konkurenz, also: zumachen. Das sind alles Themen die Ich und alle die hier wohnen nicht (mehr) beeinflussen können.

      Das hat nichts mit “Schuld bei anderen suchen” zu tun. Hier fehlen einfach gewachsene Strukturen/ Unternehmen/ Kapital, genau das was aber benötigt wird um Menschen in der Region zu halten bzw. etwas neues aufzubauen um sie wieder herzuholen. Die ganzen gut bezahlten Jobs in F/E, Unternehmensleitung, ja selbst einfach in der Industrie gibt es hier nicht oder nur sehr wenig. Der Osten ist immernoch die verlängerte Werkbank. Es wird schlechter bezahlt, ist schlechter ausgestattet, hat gleichzeitig aber nicht die Freiheiten oder Förderung um daraus zu lernen und etwas eigenständiges aufzubauen wie es z.B. in China der Fall ist.

      Und doch wird auch im Osten einiges neu aufgebaut, das ist im Vergleich nichts zu dem im Westen was einfach schon da ist. Da gehen noch viele Jahre (oder Jahrzente) ins Land bis das einen spürbaren Einfluss hat.

      • DrunkenPirate@feddit.org
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        8 minutes ago

        Wenn du es auf die persönliche magst: Selbstständigkeit mit 19, Internet-Startup mit 24 (in Dotcomkrise weggerasselt), angestellt, jetzt Vorbereitung zum neuen Unternehmen. Und du?

        Was ist denn die Erwartungshaltung? Die DDR war runtergerockt. Materiell wie ideologisch. Das war nicht im Ansatz in dem Zustand, wie irgendein westeuropäischer Staat.

        Dann Wende und bitte schön direkt das Niveau wie im Westen?

      • JensSpahnpasta@feddit.org
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        7 hours ago

        Der Osten hat mehrfach geblutet. Nach dem zweiten Weltkrieg sind extrem viele Unternehmen (verständlicherweise) in die Bundesrepublik umgesiedelt. Das was noch da war wurde dann durch die sowjetische Besatzung (mit Unterstützung ostdeutscher Politker) zerstört oder enteignet. Das wenige was dann in der DDR aufgebaut wurde, wurde nach der Wende zum großen Teil auch noch zerstört

        Was man nicht vergessen sollte: Diverse Gegenden im Osten waren noch nie wirklich reich und prosperierend. Klar, Sachsen und Berlin. Aber irgendwo im Sand in Vorpommern oder in den Tiefen des Thüringer Waldes war auch schon im Kaiserreich nie wirklich viel los.

        • spamspeicher@feddit.org
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          6 hours ago

          Zustimmung mit Einschränkung. Was wäre passiert, wenn man diese Regionen nach dem Krieg massiv gefördert hätte? Dabei schiele Ich mal Richtung Bayern.