Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will die Abweichungen vom Acht-Stunden-Tag an Tarifverträge knüpfen. Das heißt, dass die Zeitgrenze grundsätzlich unangetastet bleiben soll. Tarifpartner, also Arbeitgeber und Gewerkschaften, sollen aber andere Vereinbarungen per Tarifvertrag beschließen können - zum Beispiel eine Wochenarbeitszeit.
Außerdem sieht der Entwurf vor, dass Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet werden, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter elektronisch zu erfassen.[…]
Haha, so viel muss ich Frau Bas lassen, das ist ein wunderschönes Kuckucksei. “Ok, Wochenarbeitszeit könnt ihr haben, müsst ihr nur im Tarifvertrag vereinbaren. Den habt ihr doch, oder? Oder?” PadmeundAnakin.jpg
Schade, dass die SPD sich nicht durchsetzen wird.



Lasst euch hier mal nicht ablenken. Die Kritik ist, dass uns der Entwurf nur 100 Jahre zurück wirft und nicht bis zur Industrialisierung. Auch der Standpunkt der SPD ist schon inakzeptabel. Hier werden gerade Torpfosten verrückt.
Ich denke, diese Änderung wäre so tatsächlich mal ein echter Kompromiss, bei dem beide Seiten etwas bekommen. Ja, die Arbeitszeit könnte flexibilisiert werden, aber nur in einem Tarifvertrag, der gerade in Branchen, die ich als am gefährdetsten sehe, ihre AN übermäßig auszubeuten, oft nicht existiert. D.h. entweder würde sich deren Schutzniveau nicht verändern, oder die Arbeitgeber müssten aus eigenem Antrieb etwas für die Stärkung der Tarifbindung tun, die leider auf dem absteigenden Ast ist. Tarifgebundene Unternehmen hätten einen Wettbewerbsvorteil, man stelle sich das mal vor.
Der Entwurf erzwingt keine Tarifbindung. Ein schnell installierter Betriebsrat von CEOs Gnaden tut es auch.
Wo steht das? Hast du einen Link zum Entwurf? Im Artikel steht “per Tarifvertrag”.
Ein BR muss sich regelmäßig zur Wahl stellen. Selbst wenn das erste Mal ein BR von Chef’s Gnaden dabei raus kommt, muss das nicht so bleiben, und einmal installiert wird man ihn nicht wieder los.
Gibt immer wieder Betriebsräte und sogar Gewerkschaften, die von Unternehmern und Unternehmerverbänden unterstützt werden und dementsprechend arbeitnehmerfeindliche Haltungen einnehmen.
Und das Machtgefälle innerhalb von Arbeitsverhältnissen sorgt dann dafür, dass sich niemand traut, echte Oppositionn im Unternehmen auszuüben. Dort kann man also gar keinen kritischen Betriebsrat wählen, weil nur konformistische Chefvasallen antreten.
Lustigerweise im Ärzteblatt, das Politico zitiert, wo ich aber den Artikel nicht finde:
Der Tagesspiegel ähnlich:
Und wo steht da was von Betriebsrat?
Bin da jetzt kein Spezialist, aber “Betriebsvereinbarungen” werden doch vom BR mit dem Unternehmen ausgehandelten. Wüsste nicht wie die sonst Zustande kommen.
Ach so, wusste ich nicht.
Korrekt.