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    14 hours ago

    einer der wenigen taz.de artikel die wirklich lesenswert sind. meistens sind das eher ideologisch aufgeladene propaganda-artikel, diesmal aber bodenständig und klar.


    Das Problem ist nur: Seine Botschaft hat Friedrich Merz in den vergangenen Monaten unmissverständlich klar kommuniziert – immer und immer wieder. Um den deutschen Wohlstand aufrechtzuerhalten, müssten die Menschen mehr arbeiten. Dabei schöpft er propagandistisch durchaus aus dem Vollen: Er spricht von „unserem gemeinsamen Wohlstand“, für den „wir“ jetzt „alle gemeinsam“ wieder anpacken müssten. Nur ist dieses herbeikonstruierte nationale Wir schlicht nicht überzeugend.

    Die meisten Menschen wissen sehr wohl, dass sie in dieser Gleichung diejenigen sind, die den Wohlstand erarbeiten sollen – und dafür das Wertvollste opfern müssen, das sie haben: ihre Freizeit. Und dass sie von dem dadurch erwirtschafteten Wohlstand kaum mehr als Brotkrumen abbekommen: ein bisschen mehr Lohn. Der Rest fließt entweder an Aktionäre und Topverdiener oder an einen Staat, der gerade alles wegkürzt, was in den vergangenen Jahren kein Wirtschaftswachstum generiert hat.

    der artikel macht vieles richtig. er geht von ganz einfachen grundannahmen aus - nämlich dass die meisten menschen wirklich einfach nur ihre eigenen lebensbedingungen verbessern wollen, nämlich mehr freizeit haben und wenn’s geht ein ausreichendes einkommen. und er benennt auch ganz klar, dass “der wohlstand” (des landes) eben nicht der wohlstand des einzelnen ist, nämlich der wähler:in, und dass daher diese begriffe dekonstruiert werden müssen.


    [wirtschaftswachstum:] Nach konservativer Vorstellung geht das nur durch mehr Arbeit und Lohnausbeutung, Steuersenkungen für Unternehmen und Kürzungen in allen Bereichen, die nicht wachstumsförderlich sind – das, was Ökonomen gerne „verbesserte Standortbedingungen“ oder „Wettbewerbsfähigkeit“ nennen.

    Es ist auch interessant dass der Artikel das anspricht. Wenn man wirklich schaut, wo wir heute wachstumstreiber finden, nämlich im bereich der erneuerbaren energie, dann sehen wir dass da vor allem zwei technologien zu nennen sind: solarzellen und windräder. und eben genau diese beiden haben in den letzten 20 jahren massive (!) subventionen erhalten damit sie heute da sind wo sie sind. in anderen worten: eine abkehr vom freien markt (auf der unternehmen lediglich nach kurzfristigem gewinn entscheiden) ist notwendig wenn wir weitreichende und zukunftsträchtige wirtschaft betreiben wollen. eben genau darum braucht es so etwas wie einen plan in der deutschen wirtschaftspolitik (man könnte sogar von einer plan wirtschaft) sprechen um die wichtigsten schlüsseltechnologien der zukunft zu fördern. der markt allein wird das nicht regeln.

    ich denke, die wichtigste lektion, die die CDU zu lernen hat, ist dass der markt das nicht mehr regeln wird und dass höhere planung in der staatswirtschaft notwendig und sinnvoll werden.

    • rumschlumpel@feddit.org
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      6 hours ago

      ich denke, die wichtigste lektion, die die CDU zu lernen hat, ist dass der markt das nicht mehr regeln wird und dass höhere planung in der staatswirtschaft notwendig und sinnvoll werden.

      Das Problem ist, dass der Markt ja wirklich regelt. Und zwar Bestechungsgelder, Aufsichtsratsposten usw. für “konservative”, “liberale” und “sozialdemokratische” Politiker. Da können linke Organisationen oder Einzelpersonen schwer gegen ankommen.

    • brainwashed@feddit.org
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      12 hours ago

      Bloß nicht noch mehr Kohle von uns allen in irgendwelche Flug Taxis. Da sollten der Staat sich raushalten und froh sein, dass China billiger Solar Panels baut als wir es je konnten.