Jonas Müller hat sich im Frühjahr 2026 bei der taz gemeldet. Er heißt eigentlich anders, sein echter Name ist der taz bekannt, es fanden mehrere Gespräche mit ihm statt. Um Müllers Identität zu schützen, bleiben einige Details im Text vage, etwa Zeit und Ort der Vorfälle, die er schildert. Zur Verifikation seiner Aussagen hat die taz verschiedene Personen aus Müllers Umfeld befragt, unter anderem eine seiner Kolleginnen bei der Bundespolizei und eine ehrenamtliche Helferin, die ihm in einem Flüchtlingscamp begegnet ist. Der taz liegen außerdem verschiedene Dokumente vor, die Müllers Karriere als Bundespolizist sowie seinen Einsatz für die EU-Grenzschutzagentur Frontex belegen.

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taz: Seit Frühjahr 2025 gehen Beamte auch an den deutschen Grenzen mit Pushbacks gegen Asylsuchende vor, wobei das Bundesinnenministerium lieber von Zurückweisungen spricht. Sickert das Unrecht der EU-Außengrenzen nach Deutschland ein?

Müller: Das Verwaltungsgericht Berlin hat in mehreren Fällen entschieden, dass diese Zurückweisungen rechtswidrig sind. Eigentlich müsste jeder Bundespolizist bei rechtlichen Bedenken remonstrieren.

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taz: Warum remonstrieren die Beamten Ihres Erachtens nicht?

Müller: Ein paar werden vielleicht Gewissensbisse haben. Aber ich bin mir sicher, dass viele Polizisten voll dahinterstehen. Und solange das Vorgehen politisch gedeckt ist, rechnet niemand mit Konsequenzen. Man muss nur auf die EU‑Außengrenzen schauen und die systematischen Pushbacks dort. Natürlich entsteht der Eindruck, dass rechtswidriges Handeln folgenlos bleibt, während der Einsatz für die Rechte der Flüchtlinge der eigenen Karriere schaden kann.