• Aniki@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    2
    arrow-down
    1
    ·
    9 days ago

    Ich habe mir den Artikel von Reiche durchgelesen: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/katherina-reiche-jetzt-ist-zeit-fuer-ernsthafte-energiepolitik-accg-200707552.html

    Ich muss sagen, ich stimme ihr zu.

    Fast drei Milliarden Euro zahlen wir allein dafür, dass Windräder und Solaranlagen abgeregelt werden, weil die Netze den Strom nicht aufnehmen können. Es gibt keine andere Industrie, die eine über 20 Jahre garantierte Finanzierung erhält und sogar dann Entschädigung kassiert, wenn ihr Produkt nicht gebraucht wird.

    Das kann so nicht weitergehen. Die Branche der Erneuerbaren ist erwachsen geworden und muss jetzt Verantwortung übernehmen – systemisch und finanziell. Bis 2035 steigen die Systemkosten auf 90 Milliarden Euro pro Jahr. Das Problem ist strukturell: Wir haben 20 Gigawatt gesicherte, CO₂-arme Kernkraft abgeschaltet. Dazu kommen massive, politisch getriebene Netzinvestitionen und ein Marktdesign, das die Realität ignoriert.

    Deshalb arbeiten wir an einem Netzanschlusspaket, das die Verantwortung neu verteilt. Wer in überlasteten Netzgebieten eine Anlage anschließen will, muss sich an den Kosten beteiligen oder das Risiko tragen, dass der Strom nicht immer eingespeist werden kann. Strom, der wegen Netzüberlastung abgeregelt werden muss, darf nicht mehr von der Allgemeinheit bezahlt werden. Das ist keine Blockade. Das ist faire Lastenverteilung.

    Zum einen: Ja, Erneuerbare sind erwachsen geworden und müssen selbständig werden, dürfen nicht mehr subventioniert werden, da hat sie recht. Das ist im Übrigen auch in China so. China hat die Solarfabriken 20 Jahre lang subventioniert - 2023 wurden die Subventionen abgeschaltet, weil sie nicht mehr gebraucht werden.

    Warum sollten Solarparks Geld bekommen für Strom den sie nicht einspeisen? Was für einen Sinn hat so eine Vorgehensweise? Das begünstigt nur, dass am Markt vorbeiproduziert wird, und besser wäre es, man würde die Solarparkbetreiber dazu anreizen, dorthin zu bauen, wo die Energie tatsächlich sinnvoll genutzt werden kann, damit wäre uns allen mehr geholfen.

    Massive, politisch getriebene Netzinvestitionen

    Ja, das sehe ich auch problematisch. Wir brauchen keinen (Strom-)Netzausbau. Was wir brauchen, sind Menschen, die Pläne machen bevor sie zu bauen beginnen. Möglicherweise ist es nämlich besser, überschüssigen Strom am Ort der Erzeugung in Wasserstoff umzuwandeln und dann ins Gasnetz einzuspeisen, laut einiger bekannter von mir ist das wahrscheinlich billiger, kann da leider keine konkreten Quellen nennen. Dann spart man sich den Stromleitungsbau und kann gleichzeitig bequem Energie über Jahre hinweg speichern im Gasnetz samt Gasspeicher.