Das wurmt mich bei der Bahn schon seit ewig: es wird eine Ankunftszeit angezeigt, die bereits in der Vergangenheit liegt.
Es gibt sehr vieles, was bei den Ankunfts-Infos schief läuft, aber das hier ist doch so ein simpler, unnötiger Fehler: Man müsste den Code lediglich so anpassen, dass die Ankunftszeit nie vor der aktuellen Zeit liegen kann. Zumindest, bis die DB (neben der gut etablierten Zeitreise in die Zukunft) auch die Zeitreise rückwärts erfindet.
Da steht doch nur eine Uhrzeit, aber kein Datum…
Man müsste den Code lediglich so anpassen, dass die Ankunftszeit nie vor der aktuellen Zeit liegen kann.
Naja, was wäre denn die Alternative? Eine aktualiserte Schätzung liegt offensichtlich nicht vor. Wäre es dir lieber, wenn die voraussichtliche Ankunftszeit einfach mit der Uhrzeit mitläuft? Das fände ich furchtbar. Man denkt, man käme in einer Minute an und wärmt sich schonmal für den Sprint auf und stellt dann fest, dass es gelogen war.
Dann lieber eine unsinnige Zeit anzeigen, bei der man sofort sieht, dass sie fehlerhaft ist.
Ich verstehe den Punkt, aber der Effekt ist m. M. n. derselbe. In beiden Fällen ist klar, dass die Vorhersage nicht stimmen kann. Aber wenn eine Zeit angezeigt wird, die physikalisch unmöglich ist, transportiert das bei mir die Botschaft “wir versuchen noch nicht einmal, zu helfen”. Dann fände ich es besser, gar nichts zu schreiben (oder “Ankunftszeit unbekannt”).
Aber das Ganze hängt denn auch mit den anderen Problemen zusammen, die ich angedeutet habe: Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum diese Bahn-Info-Anzeige es im Jahr 2026 nicht schafft, eine einigermaßen realistische Prognose anzugeben. Die aktuelle Streckenposition wird jederzeit korrekt angezeigt. Wie kann dann z. B. 50 km vor dem Ziel noch eine Fahrtzeit von 5 min angegeben werden? Mir ist klar, dass manchmal unvorhergesehen etwas dazwischenkommt, aber man sollte doch wenigstens eine realistische Mindestfahrzeit angeben. Ist ja auch nicht so, wie wenn die Strecken zum ersten Mal befahren werden.
Wahrscheinlich steckt dahinter wieder irgendein Spielchen, um sich Fahrgastentschädigungen zu sparen oder so, aber das macht es nicht weniger frustrierend.
Anhand der Distanz zum Ziel kannst du ja höchstens eine früheste Ankunftszeit abschätzen. Die hilft dir aber nicht, wenn du schon 30 Minuten zu spät bist, denn dann musst du dich mit den anderen Zügen um die Strecke und um die Bahnsteige hauen. Diese bestmögliche Zeit wäre also auch nur gelogen.
Vielleicht können @ZonenRanslite@feddit.org, @ranslite@pie.dasneuland.de, @Ranslite@feddit.nl oder @ranslite@zonenranslite.de etwas darüber sagen, warum es keine Schätzungen gibt. Soweit ich weiß (ohne Quelle) müssen die händisch gemacht werden. Und wenn du schon in einem Zug sitzt, der 30 Minuten hinter’m Fahrplan fährt, haben die vermutlich besseres zu tun als die Glaskugel rauszukramen.
In der Regel sind die Zeiten relativ genau und werden über sämtliche Systeme (RIS, FIS, Leidis usw.) synchron gehalten. Es gibt aber manchmal einen Fehler in der Matrix, dann werden unlogische Werte wiedergegeben. Händisch wird da fast nichts mehr gemacht, höchstens mal einen Bahnsteigwechsel.
Woher wissen denn die Buchstabensuppen automatisch, wann Bonifatz’ Zug am Ziel ankommen soll, wenn der noch im Bahnhof steht und erst 3 andere Züge vorlassen muss?
Edit: Ach mann, ich brauche mal ein 1500-seitiges Buch „So funktioniert Bahn”!
Aber das meine ich doch, das muss doch im Jahr 2026 möglich sein, es nicht händisch zu machen.
Und klar ist eine frühestmögliche Ankunftszeit oft auch nicht realistisch, aber zumindest wäre sie physikalisch möglich. Und sie hätte wenigstens einen gewissen Informationsgehalt (“wenn jetzt nichts mehr dazwischen kommen würde, würden wir um ca. xx:yy ankommen”).
Also, wenn das nicht möglich ist, dann wäre mir überhaupt keine Vorhersage tatsächlich lieber.



