Mit Habermas stirbt nicht nur einer der letzten großen öffentlichen Intellektuellen, sondern auch eine Ära des diskursiven Denkens, die heute oft durch Oberflächlichkeit, Selbstinszenierung und philosophischen Populismus ersetzt wird. Wenn die Mehrheitsgesellschaft einen Precht als Philosophen bezeichnet, ist der intelligente Diskurs in einer Sackgasse angekommen und, nach Pispers, zur Intelektülle verkommen.
Habermas sprach über herrschaftsfreien und deliberativen Dialog. Aber heute zeitigt “Gemeinsinn als Verantwortung” und “Moralismus als Gefahr” einen philosophischen Anspruch. Damit ist der Wunsch nach Disput und progressivem Denken abseits der Wege in den populistischen Jauchegruben ersoffen.
Er wird fehlen.
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